Projekt Islam

Da viele muslimische Kinder unsere Schule besuchen, und deshalb auch Islamunterricht stattfindet, habe ich gemeinsam mit beiden 4. Klassen ein kleines Projekt durchgeführt. Ich habe den Islamlehrer unserer Schule, Herrn Makic Usama, zu einer gemeinsamen Unterrichtseinheit eingeladen.
Die Schüler wurden in 3 Unterrichtseinheiten darauf vorbereitet.
Ein Fragenkatalog, den wir gemeinsam erarbeiteten, bildete die Grundlage für die gemeinsame Stunde.

Einige Eindrücke der Kinder

Am Mittwoch besuchte der Islamlehrer unsere Klasse. Herr Makic Usama ist ein sehr netter Mann. Er hat uns aus dem Koran eine Stelle über Jesus und Maria vorgelesen. Dass er es auf Deutsch übersetzt hat, fand ich sehr klasse. Er zeigte uns einen Gebetsteppich, der sehr kunstvoll gestaltet war. Er erzählte uns, dass er Frauen mit sehr enger Kleidung nicht ansehen darf. Nur der, der Allahs Regeln genau befolgt, ist ein guter und echter Muslim. Die Stunde mit Makic Usama hat mir sehr gut gefallen.
Lisa, 4b

Als der Islamlehrer bei uns war, konnten wir viele Fragen über die islamische Religion stellen. Er hat uns alle Fragen ehrlich beantwortet. Zuerst las er ein Gebet aus dem Koran. Dann sagte er, dass man den Priester bei ihnen Imam nennt. Der muss auch zugleich Metzger sein, weil er beim Schlachten der Tiere alles richtig machen muss.
Alk, 4b

Herr Usama Makic erklärte uns, warum die Muslime vor dem Betreten einer Moschee die Schuhe ausziehen und sich waschen. Er sagte, dass dies notwendig sei, weil sonst die Teppiche, die in der Moschee liegen, beschmutzt werden. Er erklärte uns auch warum in ihrem Gebetshaus kein Bild zu sehen ist. Ihr Gott ist so mächtig, deshalb darf man kein Bild von ihm malen.
Adrian, 4a

Usama Makic war sehr nett. Er sagte uns, dass er in Bosnien geboren wurde. Dort gibt es viele Muslime. Er hat uns einen Koran in arabischer Schrift und einen Gebetsteppich gezeigt. Er erzählte uns, dass nur diejenigen richtige Muslime sind, die so leben, wie Gott es mag, und Frauen Kopftücher tragen müssen, damit kein anderer Mann ihre Haare sieht. Frauen dürfen auch keine enge Kleidung tragen. Muslime waschen sich bevor sie beten. Aber nicht weil sie äußerlich sauber sein sollen, sondern innerlich. Das ist so ähnlich wie bei uns die Beichte. Der Besuch vom Islamlehrer war sehr toll.
Philipp, 4a

Mir hat sehr gut gefallen als er aus dem Koran vorgelesen hat. Er hat gesagt, dass ihr Gott Allah heißt. Es ist der gleiche Gott zu dem wir Christen auch beten, der Gott, der alles erschaffen hat. Außerdem beten sie auch zu Abraham und an Mose glauben sie auch. Sie glauben auch, dass Jesus ein Prophet war. Aber der größte Prophet ist Mohammed.
Nina, 4a

Die Kinder zeigten großes Interesse und Engagement. Sie konnten Wichtiges und Interessantes von der islamischen Glaubensgemeinschaft erfahren und kennen lernen.
Ich hoffe, durch dieses bescheidene Projekt die gegenseitige Achtung und Toleranz bei den Kindern zu anderen Religionen gefördert, und zu einem friedlichen Zusammenleben mit anderen Kulturen beigetragen zu haben.
Religionslehrer Andreas Hintermair

Fragenkatalog zum Islamprojekt

1) Bedeutung der 5 Säulen
Was passiert bei Nichteinhaltung bestimmter Regeln?
Gibt es Ausnahmen (z.B. Kinder, Kranke bei Ramadan,...)?
Was machen die Muslime in Mekka (Rituale, Zeichen, zeitlicher Ablauf,...)?
Wieviel müsst ihr spenden (Kirchensteuer)?

2) Warum müssen Muslime vor dem Betreten einer Moschee ihre Schuhe ausziehen und die Füße waschen?

3) Warum gibt es verschiedene Gebetshaltungen?

4) Wie sieht es in einer Moschee aus?

5) Was bedeuten die Namen Alla, Koran, Islam, Mohammed?

6) Warum müssen Frauen ein Kopftuch tragen (Mädchen,...)?

7) Wieso essen Muslime bestimmte Speisen nicht?

8) Wie nennt man bei euch den "Priester"?

9) Habt ihr einen bestimmten Feiertag (Feste, Feiern,...) ?

10) Gibt es im Islam "Taufe, Erstkommunion, Firmung,..."?

11) Was steht im Koran drinnen (z.B. auch über Jesus und Maria, Abraham, Mose,...)?